RBA366 Im Fokus: "EU Data Act" (Paschke/Schumacher) - Beck
In dieser Episode beleuchten wir den EU Data Act, ein Thema, das seit seiner Einführung im September letzten Jahres leider etwas unter dem Radar geflogen ist. Gemeinsam mit meinem Kollegen Michael diskutieren wir die Auswirkungen dieses Gesetzes auf Unternehmen und Behörden. Wir bringen die zentralen Aspekte zur Sprache, die bei der praktischen Umsetzung des Data Acts zu beachten sind, und werfen einen Blick auf den juristischen Kommentar, der uns als Grundlage dient.
Zuerst analysieren wir die Struktur und den Umfang dieses Kommentars, der von Professorin Dr. Anne Paschke und Rechtsanwalt Pascal Schumacher herausgegeben wurde. Das Werk umfasst 669 Seiten und bietet eine umfassende Kommentierung aller 50 Artikel des Data Acts, wobei es auf den ersten Blick als ein etwas kompakterer Kommentar im Vergleich zu anderen, umfangreicheren juristischen Werken erscheint. Trotz seiner kompakten Form gibt der Kommentar wertvolle Einblicke in die praktischen Herausforderungen, die Unternehmen erwarten, wenn sie mit den neuen Regelungen zum Datenmanagement umgehen müssen.
Besonders eindrücklich ist die neue Verantwortung, die der Data Act Unternehmen auferlegt, indem sie nun aktiv die Erlaubnis ihrer Nutzer einholen müssen, um deren Daten nutzen zu können. Diese grundlegende Änderung in der Datenverwaltung hat weitreichende Implikationen für viele Branchen, vom Handwerk bis hin zu High-Tech-Startups. Zudem diskutieren wir, wie der Data Act in Krisenzeiten, wie etwa während einer Pandemie, Behörden die Möglichkeit gibt, auf relevante Daten zuzugreifen.
Ein zentrales Thema ist die Praxisrelevanz des Gesetzes und der Kommentar selbst. Es wird deutlich, dass zahlreiche Unternehmen – auch kleinste – profitieren können, wenn sie die neuen Regelungen verstehen und sich entsprechend darauf vorbereiten. Die Diskussion um Datenmanagement und Qualität ist allgegenwärtig und könnte durch den Data Act an Bedeutung gewinnen. Dies könnte sogar als Chance gesehen werden, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auf diesen neuen Anforderungen basieren.
Im Verlauf des Gesprächs ziehen wir auch Parallelen zur DSGVO und der Notwendigkeit einer durchdachten Datenstrategie. Die Herausforderung, mit unterschiedlichen Datenarten umzugehen und diese strukturiert zu verwalten, wird immer relevanter, insbesondere für Unternehmen, die moderne Technologien und Künstliche Intelligenz nutzen wollen.
Abschließend empfehlen wir allen interessierten Hörern, sich mit dem EU Data Act und dem dazugehörigen Kommentar auseinanderzusetzen. Diese Episode bietet nicht nur einen umfassenden Überblick über das Thema, sondern auch praktische Einblicke, die insbesondere für juristische Berater und Unternehmen von großem Wert sind. Der Austausch über diese wichtigen Themen wird hoffentlich dazu beitragen, das Bewusstsein für den Data Act zu schärfen und die notwendigen Strukturen in der Unternehmenswelt zu fördern.
